Anwendung selbst gewählter Homöopathie


Homöopathische Mittel gegen Beschwerden im Bereich der Verdauungsorgane

Beschwerden in der Mundhöhle

Wundsein der Mundwinkel, Faulecken: Condurango D6 morgens und abends 1 Gabe, oder Acidum nitricum D12 morgens 1 Gabe.

Aphthen sind schmerzhafte Geschwüre im Mund, häufig wiederkehrend: Borax D10 bei Beschwerden etwa zweistündlich 1 Gabe.

Geschmack verändert:
Alles schmeckt bitter oder salzig: China D10 eine Viertelstunde vor dem Essen 1 Gabe.
Alles schmeckt fettig: Cyclamen D10 jeweils eine Viertelstunde vor dem Essen 1 Gabe.
Alles schmeckt fade, nach nichts: Pulsatilla D6 vor dem Essen 1 Gabe.

Zahnschmerzen und Zahnkrankheiten
Karies, die Zahnfäule, hat ihre Schrecken verloren, seit die frühe Behandlung der Kinder mit Fluor überall in Deutschland zur Routine geworden ist. Es wird zwar befürchtet, die energische Förderung der Verkalkung in den Zähnen könnte später im Leben auch vor den Arterien nicht Halt machen, doch das ist noch unbewiesen.
Vorbeugend bei zarten Kindern mit schwachem Appetit: Calcium phosphoricum D10 morgens 1 Gabe.
Bei Verdacht auf Mangel an Silicium: Silicea D6 morgens 1 Gabe.
Wenn schon bald nach dem Durchbruch sich die Zähne schwärzlich verfärben und brüchig werden, bei mageren, mürrischen, ältlich erscheinenden Kindern: Kreosot D12 morgens 1 Gabe.
Bei reizbaren Kindern mit brüchigen, schwarz verfärbten Zähnen: Staphisagria D12 morgens 1 Gabe.

Zahnschmerzen. Auch diese können entzündlich sein oder auch neuralgisch; bei ersteren sieht man um den Zahn die Rötung und der Schmerz ist oft klopfend; bei letzteren schmerzt der Nerv, ohne dass man einen Grund dafür findet. Ein Versuch der homöopathischen Behandlung kann durchaus lohnend sein.
Bei entzündlichen Zahnschmerzen, die nachts und bei Wärmeeinwirkung schlimmer sind, doch Reiben der Wange tut gut: Mercurius solubilis D12 bis zu stündlich 1 Gabe.
Wenn jede Berührung wehtut und der Schmerz zum Ohr strahlt; schlimmer nachts, starke Hitze und Kälte, aber Essen bessert: Plantago D6 bis zu stündlich 1 Gabe.

Bei neuralgischen Zahnschmerzen
schlimmer im Liegen und in der Bettwärme, schlimmer Rauchen, besser durch kaltes Wasser im Mund und Einatmen kalter Luft: Clematis D10 bis zu stündlich 1 Gabe. wenn kaltes Wasser oder kalte Luft verschlimmert. Schmerzen anfallsweise: Magnesium phosphoricum D12 bis zu stündlich 1 Gabe.
wie oben, aber ohne entzündliche Rötung: Plantago D10 bis zu stündlich 1 Gabe.

Vorzeitiger Zahnausfall:
Bei Zahnfleischentzündung Carbo vegetabilis D10 morgens und abends 1 Gabe, wenn die unteren Schneidezähne befallen sind, auch ohne Zahnfleischentzündung
mit Eiterung Hekla Lava D10 morgens 1 Gabe.

Zahnungsbeschwerden
Wenn Tragen auf dem Arm oder Wiegen das unleidlich schreiende Kind beruhigt: Chamomilla D10 oder D30, bis zu viertelstündlich 1 Gabe.
Wenn das Kind tagsüber ruhig ist und nachts schreit oder spielen will: Jalapa D12 bis zu viertelstündlich 1 Gabe.
Wenn das Kind scharf-säuerlichen Durchfall bekommt und Milch schlecht verträgt: Magnesium carbonicum D10 bei jedem durchfälligen Stuhl 1 Gabe.
Wenn darüber hinaus das ganze Kind säuerlich riecht: Rheum D10 bei jedem durchfälligen Stuhl 1 Gabe.
Wenn beim Zahnen wieder Windeldermatitis auftritt: Medorrhinum D30 morgens 1 Gabe.
Bei starkem Speichelfluss: Mercurius solubilis D12 1 bis 3 mal vor dem Essen 1 Gabe.

Schluckbeschwerden (ohne Zeichen einer Angina)

Selbstmedikation nur nach ärztlicher Untersuchung!
Die Schleimhaut im Schlund ist zu trocken: Alumina D12 vor dem Essen eine Gabe, bei anhaltenden Beschwerden alle paar Minuten 1 Gabe.
Bei Krampfen in der Speiseröhre: Cicuta D10 vor dem Essen 1 Gabe, bei anhaltenden Beschwerden alle paar Minuten eine Gabe.
Brennender Schmerz nach jedem Schlucken: Acidum hydrocyanicum D12 vor dem Essen 1 Gabe, bei anhaltenden Beschwerden alle paar Minuten eine Gabe.

Beschwerden am Magen

Magenschleimhautentzündung

Gastritis, verdorbener Magen, kenntlich an Übelkeit, Erbrechen, Würgen, Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Sodbrennen, Aufstoßen (nicht alle Symptome müssen auftreten):
Zunge leicht bräunlich belegt, oft nach Diätsünden, infolge Arzneiunverträglichkeit, bei nervösen Menschen: Nux vomica D10 vor jedem Essen 1 Gabe.
Zunge sauber; auch nach dem Erbrechen bleibt die Übelkeit: Ipecacuanha D6 vor dem Essen 1 Gabe, bei Beschwerden etwa stündlich 1 Gabe.
Zunge dick weiß belegt, oft als Folge von kalten Getränken: Antimonium crudum D10 vor dem Essen 1 Gabe, bei anhaltenden Beschwerden alle paar Minuten eine Gabe.
Erbrechen sehr schmerzhaft, oft infolge verdorbener Speisen, ängstliche Persönlichkeit: Arsenicum album D12 bei Beschwerden etwa stündlich 1 Gabe.

Übelkeit

Übelkeit nach notwendiger Einnahme von Digitalispräparaten: Digitalis D10 bis zu dreimal täglich vor dem Essen 1 Gabe.
Übelkeit wird durch Husten hervorgerufen: Ipecacuanha D6 bei Beschwerden etwa stündlich 1 Gabe.
Übelkeit wird von (Küchen-)Gerüchen ausgelöst oder verschlimmert: Colchicum D30 bei Beschwerden etwa stündlich 1 Gabe.
Übelkeit bei reizbarem Magen und Darm: Nux vomica D12 bei Beschwerden bis zu stündlich 1 Gabe.
Weitere Mittel gegen Übelkeit sind unten bei Reisekrankheit und bei Schwangerschaftsbeschwerden genannt.

Reisekrankheit

Übelkeit auf Reisen (im Auto, Bus, Schiff, Flugzeug etc). Am besten nimmt man schon am Vorabend der Reise eine Gabe, die man bei Reisebeginn und bei Eintritt von Übelkeit etc. bis zu viertelstündlich wiederholt.
Der Kranke hält sich still und ist gern warm eingehüllt: Cocculus D10 bei Beschwerden alle paar Minuten 1 Gabe.
Der Kranke verlangt nach frischer Luft, macht die Kleider auf, obwohl er blass und kalt aussieht: Tabacum D10 bei Beschwerden alle paar Minuten 1 Gabe.
Der Kranke fühlt sich wohler, wenn er etwas isst: Petroleum D10 bei Beschwerden alle paar Minuten 1 Gabe.
Der Kranke kann den Geruch von Benzin oder Öl nicht ausstehen: Symphoricarpus D10 bei Beschwerden alle paar Minuten 1 Gabe.

Erbrechen von Kindern und Säuglingen

Selbstmedikation nicht ohne Konsultation eines Arztes!
Der Säugling erbricht die Milch noch flüssig: Aethusa D6 vor jeder Nahrungsaufnahme 1 Gabe in der Milch.
Die erbrochene Milch ist bereits geronnen: Valeriana D6 vor jeder Nahrungsaufnahme 1 Gabe.
Das Kind riecht nach Äpfeln (acetonaemisches Erbrechen): Senna D6 bei Beschwerden alle fünf Minuten (nach der Uhr!) 1 Gabe, danach 1 Teelöffel salzhaltige Flüssigkeit, mindestens eine Stunde lang wiederholen.

Aufstoßen und/oder Sodbrennen

Aufstoßen laut und heftig, bei nervösen Menschen: Argentum nitricum D10 bei Beschwerden etwa stündlich 1 Gabe.
Saures Aufstoßen und Sodbrennen:
Fettes wird schlecht vertragen: Robinia D10 bei Beschwerden etwa stündlich 1 Gabe.
Verlangen nach Alkoholica, die aber schlecht vertragen werden: Acidum sulfuricum D12 bei Beschwerden etwa stündlich 1 Gabe.

Magenträgheit (atonische Dyspepsie)

Die Speisen scheinen schwer und lange Zeit im Magen zu liegen. Füllige Frierer, die gern viel essen, von langsamem Wesen sind und zu Verstopfung neigen: Graphites D12 einmal täglich vor dem Essen 1 Gabe.
Menschen, die viel Fleisch essen und es schlecht vertragen: Allium sativum D10 vor der Hauptmahlzeit 1 Gabe.
Menschen mit trockener Haut und trockenen Schleimhäuten: Alumina D12 morgens 1 Gabe.
Wenn Fett schlecht vertragen wird (bläht), bei oft pingelig gewissenhaften Menschen, schlimmer bei der Regel: Cyclamen D12 vor der Hauptmahlzeit 1 Gabe.
Nach dem Essen müde, schlapp und benommen: Nux moschata D10 vor dem Essen 1 Gabe, bei anhaltenden Beschwerden bis zu stündlich eine Gabe.
Blähungen und stinkende Winde, kalte bläulich-rote Haut, Verlangen nach frischer Luft: Carbo vegetabilis D12 vor der Hauptmahlzeit, bei anhaltenden Beschwerden stündlich eine Gabe.

Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre

Gründliche ärztliche Diagnostik und Kontrolle ist unentbehrlich!
Hilfreich können dabei sein:
Beschwerden bessern sich nach dem Essen: Anacardium D10 vor jedem Essen 1 Gabe. Häufige kleine Mahlzeiten ratsam.
Beschwerden verschlimmert vom Essen und in der Nacht. Ornithogalum D10 vor jedem Essen 1 Gabe. Häufige kleine Mahlzeiten ratsam.

Homöopathie im Darmbereich

Aufgetriebener Leib, Meteorismus

Völlegefühl, oft Kollern im Bauch, Winde ohne Geruch; alles schlimmer am Nachmittag: Lycopodium D12 nach dem Mittagessen eine Gabe.
Stinkende Winde, Tendenz zu Durchfällen mit plötzlichem Drang: Aloe D10 bei Beschwerden etwa stündlich 1 Gabe.
Füllige frostige Menschen, stinkende Winde, oft Verstopfung: Graphites D12 einmal täglich vor dem Essen 1 Gabe.
Stinkende Winde, Kreislaufschwäche mit bläulich-roter kalter Haut: Carbo vegetabilis D12 bei Beschwerden etwa stündlich 1 Gabe.

Durchfall, Diarrhö

Bei hochfieberhaften Durchfallerkrankungen muss ein Arzt konsultiert werden, ebenfalls bei Säuglingsdiarrhö.
Meist schmerzlose, heftige Durchfälle, häufigstes Mittel: Podophyllum D10 nach jedem Durchfall 1 Gabe.
Drängende Durchfälle; man muss schleunigst zur Toilette, damit es nicht in die Hose geht. Man meint nur einen Wind zu lassen und hat schon Stuhl in der Hose: Aloe D10 nach jedem Durchfall eine Gabe.
Durchfall schmerzhaft, gussweise, oft gleich nach Essen oder Trinken. Kollern und Kolikschmerz im Bauch: Croton D12 nach jedem Durchfall, bei Schmerzen etwa stündlich eine Gabe.
Säuerlich riechende Durchfälle bei Kindern, die Milch schlecht vertragen (oft auch erbrechen): Magnesium carbonicum D6 vor dem Trinken oder Essen 1 Gabe.

Verstopfung, Obstipation

Verstopfung ist ein häufiges und eigentlich unnötiges Leiden. Man nimmt an, es sei schlimm, wenn der ganze Dreck im Körper bliebe, und die Vertreiber von Abführmitteln schüren aus einleuchtenden Gründen solche Ängste. Sie werden auch als Darmpflege, Blutreinigung oder Frühjahrskur empfohlen. In Wirklichkeit sind es aber die Nieren, die uns von den Stoffwechselschlacken reinigen. Und wenn wir uns mit Abführmitteln dünne Stühle oder gar Durchfälle verschaffen, gehen uns unkontrolliert Mineralstoffe und Wasser verloren, was den Nieren dann fehlt. Außerdem treibt manches Abführmittel den Darm wie mit der Peitsche an, sodass er hinterher erschöpft ist und sich erst einmal ausruhen muss - worauf er erneut die Peitsche zu fühlen kriegt. Pflanzliche Abführmittel wirken dabei nicht milder oder wohltätiger als chemische, und ob man sie aus Apotheken, Reformhäusern oder Drogerien bezieht macht ebenfalls keinen Unterschied. Abzuraten.

Manche Leute vermuten, wenn sie viel äßen, müsste der Darm auch viel Kot liefern. Das stimmt so aber nicht ganz, denn die eigentlichen Nahrungsstoffe werden vollständig durch die Darmwand aufgenommen (resorbiert), sodass von ihnen nichts übrig bleibt. Was wieder ausgeschieden werden muss, sind die Ballaststoffe. Daran mangelt es, wenn wir allzu verfeinerte Kost zu uns nehmen. Der größte Anteil unseres Kots besteht aus Colibazillen, die im Dickdarm wachsen und üppig gedeihen. Mit ihnen sollten wir nach Möglichkeit guten Frieden halten und sie nicht durch antibiotische Arzneien stören, wenn es nicht gerade um unser Leben geht. Aus der Psychologie wissen wir, dass Kinder im ersten Trotzalter das Absetzen von Stuhl verweigern können. Mütter (und Großmütter) sollten daraus keine Staatsaktion machen und nicht ihre eigenen Ängste vor der Verstopfung auf die Kleinen übertragen.

Es empfiehlt sich demnach, schlackenreiche Kost zu essen (Vollkornbrot, Gemüse) und bei geschädigter Darmflora Colibakterien anzuzüchten (Symbioselenkung). Es kann allerdings bei längerem Krankenlager notwendig werden, durch Abführmittel die Darmfunktion in Gang zu halten. Bei normaler Lebensführung ist das aber nicht erforderlich. Wie allenthalben ist die Entwöhnung schwieriger als sich das Abführen anzugewöhnen.

Meinen Patienten mit Verstopfung pflege ich zu raten:

  1. Seien sie unbesorgt. Ich kenne völlig gesunde Menschen, die nur ein- oder zweimal in der Woche Stuhlgang haben.
  2. Schlackenreiche Kost zu essen; als Zusatz kann man Feigen, Backpflaumen, Kleie, Leinsamen oder Johannisbrot und ähnliche Sachen zu sich nehmen.
  3. Für den Anfang können Sie morgens vor dem Frühstück ein Zäpfchen wie Lecicarbon in den After einführen; das entwickelt dort durch Kohlensäuregas einen leichten Entleerungsreiz. Gleich nach dem Frühstück geht man dann zur Toilette und macht, was kommt. Keine lange Sitzung, wenige Minuten reichen aus. Wenn nichts entleert wird, ist auch nichts im Mastdarm. Morgen zur gleichen Zeit wird der Versuch wiederholt. Wenn heute etwas entleert worden ist, wird am nächsten Tag der Versuch ohne das Zäpfchen gemacht. Auf diese Weise wird das Abgewöhnen programmiert. Wenn man das Kohlendioxid nicht gut verträgt, kann man statt dessen Glycilax-Zäpfchen (die Glyzerin enthalten und sowohl den Kot weich und glitschig machen) verwenden.

Homöopathisch lässt sich unterstützend noch das Folgende tun:
Wenn man Hemmungen hat, dass andere uns bei der Darmentleerung belauschen könnten; oder wenn Schulkinder sich auszutreten genieren: Ambra D12 morgens 1 Gabe.
Wenn auf Reisen fremde Toiletten den Stuhlgang verhindern - oder wenn eine Leber- und Gallenschwäche vorliegt: Lycopodium D12 nach dem Mittagessen eine Gabe.
Verstopfung infolge von Verletzung an After oder Bauch oder sonst wo: Ruta D6 bis zu dreimal täglich vor dem Essen 1 Gabe.
Bei Abscheu gegen etwa unsaubere fremde Toiletten: Platina D12 morgens 1 Gabe.
Bei Verstopfung nur während der Regel: Kalium carbonicum D6 bis zu dreimal täglich vor dem Essen 1 Gabe.
Nach langem Abführmittelgebrauch oder anderer Arznei, bei nervösen Menschen, die oft vergeblichen Stuhldrang erleben: Nux vomica D10 morgens und abends 1 Gabe.
Bei hartem knolligem Stuhl, der auseinander fällt (Ziegenküttel): Magnesium muriaticum D10 bis zu dreimal täglich vor dem Essen 1 Gabe.