Anwendung selbst gewählter Homöopathie


Homöopathische Mittel für Herz und Kreislauf

Arzneien für das Herz

Grundsätzlich muss gesagt werden, dass unser Herz ebenso unentbehrlich wie gefährdet ist, also auch eine allzu mutige Selbstmedikation nicht ohne Risiko ist. Trotzdem kann neben einer hinreichenden ärztlichen Kontrolle die Homöopathie viele gute Dienste tun.

Bei Herzmuskelschwäche und dem sog. Altersherz, das zur Kurzatmigkeit und Leistungsminderung, evtl. auch zum Herzhusten führen kann; wenn mit den Jahren die Leistungsfähigkeit nachlässt:
Arnica D30 morgens 1 Gabe oder/und Crataegus D3 dreimal täglich 1 Tablette oder 15 Tropfen. Der Weißdorn (Crataegus oxyacantha) ist auch in der Urtinktur unter vielen Firmennamen im Handel.
Wenn infolge von schwachem Herzen Husten eintritt: Laurocerasus D10 viermal täglich vor dem Essen und Schlafen 1 Gabe.
Bei gelegentlichem Herzstolpern (Extrasystolen) und raschem Puls: Lycopus virginicus D10 morgens 1 Gabe.
Zusätzlich bei Blähbeschwerden: Argentum nitricum D30 bis zu stündlich 1 Gabe.
bei verlangsamtem Puls: Digitalis D10 morgens und abends 1 Gabe.

Bei nervösen Herzbeschwerden, die allerdings von echten Durchblutungsstörungen schwer zu unterscheiden sein können (Aufschluss gibt das EKG; ein Hinweis kann sein, dass körperliche Anstrengung die echten Durchblutungsstörungen meist verschlimmert, die nervösen Beschwerden aber nicht beeinflusst oder gar bessert).
Schnürender Schmerz, der zum linken Arm zieht: Cactus D6 bei Beschwerden alle paar Minuten 1 Gabe.
Blitzartig zuckender Schmerz, auch zum linken Arm hin: Kalmia D6 bei Beschwerden alle paar Minuten 1 Gabe.
Schmerz, der zum rechten Arm hin zieht: Lilium tigrinum D10 bei Beschwerden alle paar Minuten 1 Gabe.
Schmerz, der sich bei körperlicher Anstrengung verschlimmert: Latrodectes D12 bei Beschwerden alle paar Minuten 1 Gabe.

Arterielle Durchblutungsstörungen

Wenn sich die lichte Weite der Schlagadern so einengt, dass die Blutzufuhr etwa an Füßen oder Beinen nicht mehr ausreicht, tut der hungernde Muskel weh. Vor Schmerz bleibt man dann stehen (Schaufensterkrankheit, weil man sich scheinbar für die Auslagen interessiert, um sein Leiden nicht zu offenbaren). Neben der unentbehrlichen ärztlichen Versorgung lässt sich homöopathisch versuchen:

Ohne weitere Symptomatik: Espeletia D3 dreimal täglich vor dem Essen 10 Tropfen.
Bei Kälte und Blässe, trotzdem aber Verlangen nach kalter Luft: Secale D10 morgens und abends 1 Gabe, evtl. bis zu stündlich 1 Gabe.

Venöse Durchblutungsstörungen
Krampfadern

Krampfadern (Varizen) nennen wir die sichtbar überdehnten Venen, die vorwiegend an den Beinen auftreten. Ihnen liegt meist eine angeborene Schwäche des Bindegewebes zugrunde, (die sich auch als Leistenbruch, Senk- und Spreizfuß, Hängebrust u.a. äußern kann). Sie bilden sich vor allem in der Schwangerschaft, aber auch bei langdauerndem Stehen. Wenn die Venen einmal ausgeleiert sind und man die Krampfadern hat, lassen sie sich nicht mehr heilen, allenfalls operativ entfernen oder veröden; Schwangere können sie aber ziemlich sicher durch Tragen von Stützstrumpfhosen vermeiden. Statt still auf einem Fleck zu stehen geht man besser hin und her; im Sitzen sollte man die Füße nicht eng gebeugt unter sich schlagen, sondern die Knie locker gestreckt halten. Homöopathisch können hilfreich sein:

Gegen die Tendenz zur Entzündung der Krampfadern (Thrombophlebitis)
Bei Überempfindlichkeit gegen Berührung: Vipera D12 morgens und abends 1 Gabe.
Bei ausgeprägter Bindegewebsschwäche von sehr aktiven Menschen, die Wärme schlecht vertragen: Acidum fluoricum D12 morgens 1 Gabe.
Gegen die Stauung in den Venen der Beine oder des Rachens bei Schweregefühl, aber ohne Schmerzen: Aesculus D10 bis zu viermal täglich vor dem Essen und Schlafen 1 Gabe.
Gegen Besenreiservenen (strichförmige bläulich gezeichnete Venen: Calcium fluoratum D12 morgens 1 Gabe.
Bei Überempfindlichkeit gegen Berührung gegen das Schmerzen der Krampfadern und die Neigung zu blauen Flecken: Hamamelis D6 bis zu viermal täglich vor dem Essen und Schlafen 1 Gabe.

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind Überdehnungen des Venengeflechts um den After. Sie können plötzlich auftreten, etwa wenn eine erkrankte Leber den Pfortaderabfluss staut, oder bei heftigem Pressen zum Stuhlgang. Wenn sich plötzlich so ein Knoten am After spüren lässt, wird man zweckmäßig (noch bevor man zum Arzt geht) mit zwei Fingern das Blut aus dem Knoten drängen und den entleerten Knoten nach innen schieben. Dann setzt man sich so, dass eine der Hinterbacken das erneute Hervortreten verhindert. Wenn man tagelang wartet, gerinnt das Blut in der Haemorrhoide; dann kann es nur noch chirurgisch entfernt werden, oder man wartet, bis der Knoten auf die Größe einer Erbse geschrumpft ist und als Mariske neben dem After verbleibt. Blutungen aus dem After müssen auf jeden Fall ärztlich nachgesehen werden.

Homöopathisch kann man bei Hämorrhoiden noch Folgendes tun:
Wenn weder Schmerz noch Blutung auftritt: Aesculus D6 ein- bis dreimal täglich vor dem Essen 1 Gabe.
Wenn Stuhlgang oder Berührung schmerzhaft ist: Hamamelis D6 ein- bis dreimal täglich vor dem Essen 1 Gabe.

Wenn Schlaf und Wärme (Kleidung, Sitz, Wetter, Bad) verschlimmert: Lachesis D12 bis zu viermal täglich vor dem Essen und Schlafen 1 Gabe.
Bei Tendenz zu Verstopfung und Blutung, bei Leberstauung (Wärme ist angenehm): Collinsonia D10 bis zu viermal täglich vor dem Essen und Schlafen 1 Gabe.

Thrombosen

Unser Blut muss gerinnbar sein, damit wir nicht schon bei kleinen Verletzungen verbluten. Es darf aber nicht innerhalb der Blutgefäße (Arterien und Venen) gerinnen, weil das den Blutkreislauf im Bereich des Gerinnsels zum Stillstand brächte. Eine Blutgerinnung innerhalb der Blutgefäße nennt man Thrombose. Solange die Blutgefäße glatte Wände haben und der Blutstrom rasch hindurchfließt, ist die Gefahr der Thrombose gering. Wenn aber die Venen zu Krampfadern erweitert sind, oder wenn nach Geburten oder Operationen die Gerinnungsbereitschaft erhöht ist, oder wenn infolge von Atherosklerose die Arterienwände verdickt und rau geworden sind, kommt es leicht dazu, dass Blut in diesen Bezirken gerinnt; auch der Vorhof des linken Herzens ist gefährdet, wenn die Kammer ihm infolge Herzmuskelschwäche oder Klappenfehler zu wenig Blut abnimmt und sich infolgedessen das Blut im Herzvorhof staut und dieser sich übermäßig vergrößert. Die Überdehnung der Wand lässt die Herzinnenwand aufreißen, und an den Rissen des Endocards entstehen Thromben.

Die Thrombose birgt zweierlei Gefahren: die Erste besteht darin, dass das verengte oder verschlossene Blutgefäß den im Kreislauf hinter ihm liegenden Gebiete die Blutzufuhr drosselt, sodass Mangel an Sauerstoff und Nährstoffen entsteht. Die andere Gefahr ist die, dass Teile der Gerinnsel sich von der Wand lösen und mit dem Blutkreislauf dahin geraten, wo die Gefäße wieder enger werden und diese plötzlich vollständig verstopfen. Man nennt das losgerissene Gerinnsel einen Embolus und die Folge eine Embolie. Sie kann sich allenthalben im Organismus ereignen, doch sind die Lungen und das Gehirn besonders gefährdet.

Diese letzteren Gefahren gehen vom Herzen, von Arterien und von tief liegenden Venen aus; von den oberflächlichen Krampfadern an den Beinen nur die erstgenannte. Weil dort nämlich die ableitenden Venen zu dünn sind, können sich Gerinnsel nicht losreißen und in die Ferne wandern. Nur bei solchen oberflächlichen Krampfadern kann man Selbstmedikation riskieren (siehe oben); die tiefen Thrombosen bedürfen dringend fachkundiger ärztlicher Therapie. Bei oberflächlicher Venenentzündung kann man homöopathisch bessern.

Wenn die Venen erweitert, hart, violett gefärbt sind und Berührung wehtut: Hamamelis D6 viermal täglich vor dem Essen und Schlafen 1 Gabe.
Bei blassblauer Farbe an den Knien und Sprunggelenken. Wärme ist unangenehm. Oft frösteln, jedoch Verlangen nach der frischen Luft: Pulsatilla D10 bis zu viermal täglich vor dem Essen und Schlafen 1 Gabe.
Bei Schmerz wie von der Auftreibung, fast wie zum Platzen. Berührungsempfindlich, bläuliche Verfärbung, schlimmer wenn das Bein herabhängt, besser durch Hochlagerung: Vipera D12 ein- bis viermal täglich vor dem Essen und Schlafen 1 Gabe.

Erröten, Hitzewellen

Bei Erröten aus psychischen Gründen (Verlegenheit, Ertapptwerden) Ferrum D10 morgens 1 Gabe.
Bei Hitzewallungen mit Herzklopfen, Schweißausbruch, schlimmer durch Wärme und Alkoholgenuss: Glonoin D12 morgens und bis zu stündlich 1 Gabe.
Bei heftigen Wallungen mit oder ohne Schweiße Amylium nitrosum D10 etwa stündlich 1 Gabe (nach jeder Wallung).

Für Abendmenschen, insbesondere in den Wechseljahren, schlimmer durch Wärme und nach Schlaf: Lachesis D12 abends (evtl auch morgens) 1 Gabe.
Mit Gefühl des Schnürens am Herzen oder sonst wo: Cactus D10 morgens und bei Bedarf bis zu stündlich 1 Gabe.

Kreislaufschwäche, Frieren, Frostigkeit

Bei Frostigkeit insbesondere bei feucht-kaltem Wetter, das alle Beschwerden verschlimmert: Aranea D30 morgens 1 Gabe.
Bei Frostigkeit und schlechter Immunabwehrlage: Psorinum D30 morgens 1 Gabe.
Bei Frieren bis auf die Knochen (Eiseskälte), besonders nach Überlastung oder nach erschöpfender Krankheit: Cistus D12 morgens und abends 1 Gabe.
Bei Kreislaufschwäche mit kalten Schweißen: Veratrum album D10 morgens 1 Gabe, bei Beschwerden alle paar Minuten 1 Gabe.
Bei Kreislaufschwäche mit bläulich-roter Haut und kalten Schweißen: Carbo vegetabilis D12 morgens 1 Gabe, bei Bedarf alle paar Minuten 1 Gabe.
Bei Schwäche und Müdigkeit nach den Mahlzeiten: Nux moschata D10 bis zu dreimal täglich vor dem Essen 1 Gabe.
Bei korpulenten Personen, denen es an frischer Luft fehlt: Ammonium carbonicum D12 morgens 1 Gabe bis zu etwa stündlich 1 Gabe.
Bei psychisch ausgelösten, hysterisch anmutenden Reaktionen auf Schrecken, Überraschung, Stress, starke Gerüche: Moschus D12 bei Beschwerden alle paar Minuten 1 Gabe.
Bei Leeregefühl im Magen, besonders während der Regel: Cimicifuga D12 morgens und bei Bedarf bis zu stündlich 1 Gabe.
Bei weichem Gemüt und bläulich-roten Beinen, besser an der frischen Luft: Pulsatilla D10 morgens und abends 1 Gabe.

Schwindel

Damit kann dreierlei gemeint sein:
1)    ein Drehgefühl, als ob die Welt sich wie ein Karussell um den Schwindelnden drehte. Hierbei ist entweder das Gleichgewichtsorgan im Innenohr gestört oder das Kleinhirn; homöopathische Mittel sind im Kapitel Erkrankungen im Nervensystem besprochen.
2)    ein Gefühl des Taumelns; Man ist unsicher auf den Beinen und muss sich fest halten, um nicht zu fallen: Onosmodium D30 morgens und bis zu stündlich 1 Gabe.
3)    das Gefühl, als würde einem schwarz vor Augen. Geeignete Mittel sind oben bei Kreislaufschwäche aufgeführt.

Blutungen, insbesondere Nasenbluten

Wenn immer wieder Nasenbluten auftritt: Phosphorus D30 etwa alle 2 Wochen 1 Gabe.
Bei hellroten Blutungen: Millefolium D3 dreimal täglich vor dem Essen 1 Gabe.
Bei Blutungen von dunklem Blut: China D6 dreimal täglich vor dem Essen 1 Gabe.
Nach Überanstrengung oder Verletzung: Arnica D10 viermal täglich vor dem Essen und Schlafen 1 Gabe.
Bei akutem Nasenbluten geht man zweckmäßig so vor:
Man nimmt einen kleinen Wattebausch (Baumwollwatte) und schiebt ihn mit Hilfe eines Stäbchens (z.B. Bleistift) waagerecht in das blutende Nasenloch, nachdem man sich zuvor kräftig geschnäuzt und allen Schleim und alles Blut herausgebracht hat. Dann presst man mit dem Nasenflügel den Wattebausch anhaltend gegen die Nasenscheidewand; damit hat man fast immer die Stelle der Blutung unter Druck gesetzt und stillt so die Blutung . Der Wattebausch verbleibt einige Zeit (Viertelstunde) und wird ganz vorsichtig wieder entfernt. Sanftes Atmen hilft, eine neue Blutung zu verhindern.

Ödeme (Lymphstauungen)

Diese können verschiedene Ursachen haben, z.B. von Krankheiten an Herz oder Nieren ausgehen, auch nach Prellungen entstehen (Beulen). Ein Arzt sollte zur Klärung der Ursache befragt werden. Homöopathisch gibt es wirksame Hilfen:

Bei blassroter, oft glänzender Schwellung wie nach Insektenstich: Apis D12 morgens und abends und bis zu stündlich 1 Gabe.
Bei Unterernährung (Hungerödem) oder Fehlernährung alter Leute vorsichtige Steigerung der Nahrungsmengen und homöopathisch: Acidum aceticum D10 morgens und abends 1 Gabe.
Bei leicht frierenden Menschen mit Blähungsneigung, oft mit Herz- oder Kreuzbeschwerden: Kalium carbonicum D10 morgens und abends und bis zu viermal täglich vor dem Essen und Schlafen 1 Gabe.
Bei Schwellung der Füße und Unterschenkel bei Venenschwäche mit bläulich-roter Verfärbung: Pulsatilla D10 bis zu viermal täglich vor dem Essen und Schlafen 1 Gabe.