Möglichkeiten zur Therapie

Kranke gesund zu machen, was man Heilen nennt - das ist die höchste und einzige Kunst des Arztes (Hahnemann). Nun sind Ärzte zwar nicht die einzigen, die sich um Heilung bemühen; fangen wir aber mal mit den "Professionellen" an. Schon seit dem Altertum hat es zweierlei Ärzte gegeben: die Chirurgen und die internistisch arbeitenden Ärzte.

Chirurgie

Das griechische Wort Chirurgie heißt auf Deutsch "Handwerk": Chirurgen greifen zu. Anfangs war die Wundchirurgie in Kriegen unentbehrlich, um möglichst viele Verletzte am Leben zu halten und wieder tauglich zu bekommen. Nachdem die Erkenntnisse der Bakeriologie in Antisepsis (Keimbekämpfung in Wunden) und Asepsis (Operationen ohne Einschleppung von Krankheitskeimen) der Chirurgie zu ihrem Aufschwung verhalf, und nachdem die Betäubung (Anaesthesie) dem Operierten die Schmerzen ersparte, nachdem endlich die Intensivmedizin Todgeweihte im Leben zu halten vermag, hat die chirurgische Therapie immer neue Triumphe feiern können.

Wie überall hat es auch in der Chirurgie die Entwickung vom Allgemeinen ins Spezielle gegeben; auch die Gynäkologen (die Frauenheilkunde und Geburtshilfe betreiben), die Orthopäden (die es mit den Erkrankungen am Bewegungsapparat mit Knochen und Muskeln, Sehnen und Bändern zu tun haben), die HNO-Ärzte (die sich um Hals, Nase und Ohren bemühen), sind ebenso wie die Augenärzte chirurgisch-operativ ausgebildet und werden deshalb hier eingeordnet.

Innere Medizin

Innere Medizin pflegte früher unblutig zu arbeiten und erhob ihre Befunde (Befunde sind das Ergebnis von Untersuchungen) mit den Augen, Ohren und Händen sowie aus der Befragung und dem Gespräch. Ihre Behandlung bestand danach meist aus Diät (Fasten, Meiden von schädlichen Faktoren) und aus Arzneien.

Arzneien (Medikamente) sind Mittel, die dem Kranken beigebracht werden (durch den Mund = oral, über die Haut = percutan, über die Atmung = Inhaltionen, häufig auch durch die Haut mittels Injektion = parenteral. Sie sollen im Organismus eine chemisch definierte Wirkung hervorbringen, die der Krankheit entgegenwirkt. Die chemische Störung im Stoffwechsel nennen wir bekanntlich Vergiftung (s.o.); wenn unsere Arznei nicht nur zur Heilung führt, sondern auch unerfreuliche Folgen zeitigt, sprechen wir von Nebenwirkungen.