Allergien sind übermäßige Reaktionen auf Stoffe, die Gesunde überhaupt nicht tangieren. Sie finden statt auf der Haut (akut etwa als Nesselsucht, chronisch als Ekzem oder Neurodermitis), und/oder auf Schleimhäuten (als Heuschnupfen in Augen und Nase, als spastische Bronchitis oder Asthma in den Bronchen, als Colitis mucosa im Dickdarm). Die meisten Allergien sind ausgesprochen lästig, aber nicht lebensbedrohlich. Nur beim Asthma kann es ums Leben gehen. Besonders unheimlich sind die Autoimmunkrankheiten, wo sich eine fehlgeleitete "Abwehr" gegen körpereigenes Gewebe richtet.
Ich bin der Auffassung, dass alle Allergien eine Fehlfunktion des Immunsystems sind. Allem Anschein nach sind sie in ständigem Zunehmen begriffen. Wodurch, ist nicht bekannt. Vielfach richtet sich der Verdacht auf die rasante Zunahme von chemischen Substanzen in der Umwelt, die es früher gar nicht gab; auch die Häufigkeit der Schutzimpfungen, die ja das Immunsystem beeinflussen, ist nicht über allen Verdacht erhaben. Anscheinend liegt auch eine erbliche Komponente vor, da Allergien in manchen Familien gehäuft auftreten.
Für die Haut gibt es Salben, für Augen und Nase Tropfen, für die Bronchen kann man inhalieren. Je energischer man die allergischen Reaktionen unterdrückt, desto eher riskiert man, dass sie die Allergie einen anderen Ausweg sucht. Das Mittel mit der höchsten Wirksamkeit sind die Corticoide, Arzneien, die dem Cortison (dem Hormon der Nebennierenrinde) entsprechen. Leider sind sie nicht frei von Nebenwirkungen, und außerdem scheint es nicht sinnvoll, gleich mit den schwersten Geschützen zu schießen: was macht man, wenn dieses Pulver verschossen ist und trotzdem die Krankheit fortschreitet, vielleicht gar dann wirklich bedrohlich wird?