Vergiftungen

Vergiftungen sind Störungen im Organismus, bei denen der Stoffwechsel durch chemische Einwirkung durcheinander gebracht wird. Vergiftungen können, müssen aber nicht tödlich ausgehen. Das hängt von der Art und der Menge des Giftes, aber auch von der Störanfälligkeit des Vergifteten ab.

An akuten Vergiftungen sollen hier genannt werden die böswillige Vergiftung mit Tötungsabsicht (Insektengift E 605 in der Praline; Arsenik), die versehentliche Aufnahme von Giftpilzen oder Tollkirschen, das Einnehmen einer Überdosis von Schlafmitteln zwecks Suizid.

Chronische Vergiftungen kommen vor als Umweltschäden (z.B. Holzschutzmittel wie pcP, Pflanzenschutzmittel (wie man schönfärberisch die Insektengifte nennt), Abgase.

Einen besonderen Problemkreis bilden die Genussgifte, deren Einwirkung auf den Stoffwechsel als angenehm empfunden wird und die deshalb oft und regelmäßig genommen werden; ich nenne nur das Coffein im Kaffee oder Tee, das Nikotin im Rauchtabak, den Alkohol. Viele Menschen erleben nur die angenehme Primärwirkung, doch sind die Langzeitfolge oft schwere Schäden. Insbesondere dann, wenn aus der Gewohnheit eine echte Sucht wird, wo immer grö0ere Mengen konsumiert werden und die Entwöhnung durch Entzugserscheinungen sich sehr schwierig gestaltet. Letzteres gilt insbesondere für die sog. Betäubungsmittel wie Opium, Morphin, Heroin, Cocain und ihre Mischungen. Zu den körperlichen Erscheinungen kommen dann auch noch die sozialen Probleme wie die Abhängigkeit von "Dealern" und die damit steigenden Kosten samt der Beschaffungskriminalität.

Was lässt sich tun?

Ganz ohne Gifte können Land- und Gartenbau wohl nicht wirtschaften. Es ist eine Aufgabe der Gesellschaft, Düngung und Pflanzenschutz nicht allein den Vertretern der Industrie anheim zu stellen, die große Gewinne damit erzielen und andere Interessen haben als nur die Volksgesundheit. Arzneien haben ja die Aufgabe, im kranken Organismus den Stoffwechsel aktiv zu beeinflussen; das lässt sie für Gesunde oft zum Gift werden. Sie müssen sicher vor Kindern aufbewahrt werden - und man sollte sich auch nicht durch Vorratshaltung eine Versuchung auf Lager nehmen, wenn man in depressiver Stimmung vielleicht danach greifen würde.

Der Umgang mit Genussgiften muss von jedem Menschen selbstverantwortlich geregelt werden. Freilich möchte ich, wenn so verführerisch für das Rauchen, für Alkoholika, für Kaffee geworben wird, dass die Opfer dieser Werbung auch Hilfe in ihrer Not von denen erhalten, die sie zum Konsum motiviert haben.

Der Gebrauch von Rauschgiften und Drogen ist bei uns illegal und strafbar. Die Strenge des Gesetzes lässt sich freilich nur im legalen Markt durchsetzen (in den Apotheken); im freien oder schwarzen Markt wird durch Drohen mit dem Gesetz lediglich bewirkt, dass irrsinnige Preise gefordert und bezahlt werden, sodass für Drogenkartelle sich nur noch das Problem der Geldwäsche stellt. Der Gesetzgeber sollte sich doch daran erinnern, wie das Alkoholverbot (die Prohibition) in USA die Mafia erst groß gemacht hat.